14 March 2007

Bali selamat siang

Also, das heisst auf balinesisch Guten Tag.

Wir hatten heute nach einer Woche Sonnenbrand endlich mal den Monsum. Also es schuettete mehrere Stunden am  Tag. Da konnten wir endlich mal die Postkarten schreiben.

Man kommt ja hier zu nix. Wollten heute endlich das Auto mieten fuer 8,50 Euro den Tag. Aber dann haetten wir hinschwimmen muessen. Und ob der Jeep ein Amphibienfahrzeug gewesen waere ist auch fraglich.  Also Morgen.

 

Ja und dann habtten wir gestern den Tag des Herrn.

Hatten ein appointment beim ev. Bishof, der in Kuta ein Hotel fuehrt. Hab ihm ein bisschen von meinen Plaenen bezueglich Magisterarbeit erzaehlt. Habs ein bisschen aufgemotzt. Na und was soll ich sagen: Also Ritualforschung will ich betreiben. Research mit   Manusa Yadna auf Hindu Bali. Hat er gleich seinen Hindukumpel   angerufen, also ev. Bischof den Leiter des Balines Hindudharmas, und hat dem alles erklaert.

Ja und was soll ich schreiben, zufaelligerweise koennen sie mir beide ein herrliches Ritual vorfuehren, denn beide Soehne heiraten am 31. 3. der evang. Eine Hindufrau auf evangelisch, aber vorher Hinduritual Verabschiedung von ihrer Familie, dann ev. Balinesische Taufe der Braut und dann Hochzeit auf balinesisch evangelisch.

Die  andere Familie, alles Hindu Bramahnen :

Deren  Sohn  heiratet sowieso eine Hindufrau, beides Brahmanen, Sohn eines der obersten Brahmanen-Priester in Bali.

Ja und Euere  Mutter und Vater sind zu den Ceremonies eingeladen. Also an einem Tag auf 2 Hochzeiten tanzen, wenn das nix ist.

Und der arme Vater hat keine Schuhe …

 

Ja und hier im Dorf arbeiten jetzt alle an so riesigen Pappfiguren, genannt ogah-ogah, wie bei uns Karneval. Damit ziehen sie dann durch die Strassen, machen eine Kompetition mit viel Klamauk etc.   und zum Schluss wird die ganze Pracht verbrannt. Es  soll eigentlich zur Daemonen Abwehr sein, hat sich aber verselbstaendigt und ist jetzt ein Spass fuer die jungen Maenner hier wenn sie wochenlang basteln und die schoenste Figur produzieren.

Am 16., drei Tage vorher werden dann Reinigungszeremonien durchgefuehrt. Das heisst, alle, aber auch alle kaufen beim Kaufmann oder in den Tempeln riesige Opfergaben aus Palmblaettern, mit Bluemelein, Reis, Raeucherstaebchen, Schnaps etc. und das wird dann den Goettern geopfert und alle ziehen ans Meer und beten etc. Die obersten Priester produzieren heiliges Wasser und das wird dann ausgeteilt, wie bei uns Weihwasser, also rituell gereinigt. Dazu spielt das Gamelanorchester und ganz Bali ist am Meer und versenkt dann die Asche von den Opfern im Meer um die Meeresgoetterzu erfreuen und sich zu reinigen. Also es geht hier was ab.

 

Die Haeuser sind hier so in Anwesen eingeteilt, mehrere Schlafzimmerhaeuser gehoeren zu einem Wohntrakt. Mauer drum rum, dass kein Daemon eindringen kann, innen noch Familientempelchen, Ahnentempel, Kuechenhaeuschen, Badehaeuschen und ein riesiges Tor. Das wird zugemacht, und kein Daemon kann rein. Ueber die Mauer kommen sie nicht, da sind Glasscherben drauf.

So ein Anwesen wird compound genannt. Mehrere compounds gehoeren zu einem adat, gesichert von security, alles relativ sicher. Jedenfalls vor Daemonen….

 

Aber Verkehr ist hier, fast wie in Indien, Tausende von Mopeds und viele, viele grosse Autos. Ja und dann Taxis, Taxis, Taxis. Kaum oeffentlicher Transport. Aber da hier immer alles so im Gleichgewicht ist und man ja auch die Daemonen nicht erschrecken darf, wird kaum gehupt. Im Gegensatz zu Indien, wo   die Fahrpruefung darin zu bestehen scheint,  ob man schon gut hupen kann.

Aber schneller als in Indien gehts hier auch kaum.

 

Letzten Sonntag waren wir abends zum Sonnenuntergang beim Tempel Tana Loth. Halbe Stunde hingefahren, dann halbe Stunde durch die Verkaeufer geqaelt. Muss man erst Eintritt zahlen, dass man an einen beautyspot hingehen darf durch die Verkaufsstaende. An den Tempel selbst kommt man gar nicht. Aber der Blick auf ihn   in der untergehenden Sonne ist schon traumhaft und das Bier Bintang dazu auch.

Dem Internetcafe ist hier das Internet abgestuerzt, deshalb lassen sie mich jetzt in Word schreiben und nachher kopier ichs rein. Kann  sich nur noch um Stunden handeln. Man sagt in Hongkong sei   das Netz zusammen gebrochen, deshalb ist unser Inselchen cut off.

Uns faellt jetzt nix mehr ein, deshalb fuer heute: Selamat Malam. Gute  Nacht.

 

 

 

 

 

4 comments:

Anonymous said...

Düsseldorf selamat siang!
Menschenkind, das ist ja mal wieder echt Wahnsinn! Wie's so ist, wenn man wo hinkommt und den Leuten da zeigt, dass es einen interessiert, was sie da machen und wie sie leben, dann freuen die sich auch und erzählen einem was.
Der Dick Breuninger hat schon immer gesagt, er hätte so viel gelernt nur mit dem Vatter in Bensheim oben im Garten zu stehen. Das hält man dann für einen Spruch bis der evangelische Bischof von Bali den Leiter des Balines Hindudharmas anruft...
Dass man so längere Sachen am besten "offline" in Word oder so einem Notepad schreibt, und das dann erst zum Schluss in die Mail kopiert, wissen wir ja nun schon. Man weiss ja nie, ob beim Abschicken einem der Browser nicht noch abraucht und dann ist's weg.
Hatte hier auch ein cooles Wochenende. Do. mit dem Niko im neu gemachten King Kameamea Club (die Disco, nicht den neuen Laden an der Alten Oper). Sehr hübsch - und der Club auch. Fr. mit Chrissi Ried, Frank und Gregor im Appartment und Sa. erst wieder im Kingka und später nen Stapel Mädels noch ins Bristol geschleift. Die haben dann noch die Drinks übernommen (als zumindest von mir). Um kurz nach sechs sind wir dann da raus. So. um 11 schon wieder auf Alexandras (von nebenan) Geburtstagsbrunch gewesen und nachmittags bei der Ari P. im Cafe des Frankfurter Kunstvereins (da an der Schirn) noch einen Late Macciato eingenommen. Die schmeisst den Laden da ja jetzt. War ich vielleicht abends platt!
Schöne Grüße aus Düsseldorf
euer
Geheime Fan aus dem Internet

Gina said...

Hello Fan,
ja hier geht die Post ab. Zwar auf anderer Ebende als bei Dir, aber Junge, Junge, ...
Man erlebt was, wenn man es drauf anlegt.
Hier gibt es auch so coole Clubs, aber wir sind immer so muede, und am fruehen Abend so bis 22:00 Uhr ist hier erst mal Nachmittag, so gegen Mitternacht scheint es loszugehen. Nix fuer Rentners.

Pa der Vadder said...

Hallo Fans, Pa der Vadder schlaegt wieder in der Kommentar-Abteilung zu...

Gestern haben wir uns einen Jeep geliehen, also so eine Mini-Ausgabe, 970 cc, PS unbekannt, aber sehr asthmatisch. Der rumpelte und pumpelte wie es seinerzeit tat, als der Wolf den Bauch voller Wackersteine hatte. Und quietschen wie Holgers Badeente tat er auch. Mit dem fuhren wir ueber die halbe Insel, das ist so ein Ding fuer sich ... Strassen stark befahren, schlecht beschildert ... viel Verkehr ... Wir hatten uns ja eine gute Strassenkarte fuer 50.000 Rp (ca. 4 EUR) gekauft, was auch schon viel Sucherei bedeutete, aber die Orte hier haben fast alle keine Ortsnamen, so dass Du gar nicht weisst, wo Du bist. Nur gelegentlich sieht man einen Richtungspfeil nach ..., dann kann man sich evtl. die Stelle auf der Landkarte suchen. Aber: in der Naehe von Freiburg gibt's natuerlich viele Strassen, die links ab nach Freiburg gehen; wenn man so ein Schild findet, kann man die genaue Position laengst nicht immer ausmachen. Da ist das mit GPS oder so doch einiges einfacher ...
Also, wir waren in Besakih, einem Tempel-Ensemble hoch oben in den Bergen (ca. 800 m), ganz heilig und alles, aber es war nix los, also keine besonderen Zeremonien. Wetter stark bewoelkt ... und als wir uns eine viertel Stunde dort mit einem Maler unterhalten hatten, guckten wir aus seinem Laedchen 'raus, und da war draussen voll die Suppe aufgezogen, relativ dichter Nebel - wir waren also in den Wolken! Aber nach Hause fanden wir dann mit Ach und Krach doch noch. Wir waren so mutig und waehlten eine kuerzere Rueckfahrstrecke als hin, dachten auch, da gaeb' es evtl. etwas zu sehen. Und dann wurde es dunkel ... und wir wussten nicht, wo wir waren ... aber ahnten es. Da sind wir mehr nach Gefuehl und Kompass (in Armbanduhr eingebaut!!!James B. laesst gruessen) gefahren als nach Schildern und Karte, fanden aber noch mit den letzten Trofen Sprit nach Hause bzw. zum Restaurant fuer's Abendessen.
Leute, auf sooo schmalen Straesschen, und dann Mopeds allenthalben mit 2, 3 oder 4 Aufsassen (beim Auto waeren es Insassen), blendenden Entgegen Kommern, das ist schon ganz schoen ein Haertetest. Nicht zu vergessen ... ich schaerfe es mir auch immer wieder ein ... den LINKSverkehr!
Zurueck im Hotel goennte ich mir auf dem Zimmer dann erst einmal ein BINTANG, das ist hier die lokale Marke. Erschwinglich, sueffig, gut, Flascheninhalt (beim Oeffnen) ca. 640 cc (spaeter naturgemaess abnehmend) ...

Pa der Vadder said...

Mann-o-Mann, was der Anonyme aus Frankfurt da alles erlebt ... da ist an den Wochenenden ja kaum noch Zeit fuer Fruehstueck-Mittag-Abend ... Aber so ist's recht! In der Woche geschafft reicht ja schliesslich auch ...